{"id":1912,"date":"2021-02-02T11:11:11","date_gmt":"2021-02-02T10:11:11","guid":{"rendered":"http:\/\/daemoniccoder.de\/?p=1912"},"modified":"2021-02-25T11:42:25","modified_gmt":"2021-02-25T10:42:25","slug":"entschieden-entscheiden-egal-wer-da-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/daemoniccoder.de\/?p=1912","title":{"rendered":"Entschieden entscheiden &#8211; egal wer da ist"},"content":{"rendered":"<p>In &#8222;klassischen&#8220; Organisationsstrukturen ist die Frage, wer entscheiden darf, oft recht eindeutig geregelt: Der Chef bestimmt. Und wenn es keine hierarchische Chef-Rolle gibt, dann oft eine fachliche F\u00fchrung, die entscheidet und die Verantwortung f\u00fcr die Entscheidungen tr\u00e4gt oder zumindest tragen sollte.<\/p>\n<p>Beim Wechsel hin zu einer agileren Organisation beobachte ich oft, dass Teams f\u00fcr sich einen Weg suchen, wie Entscheidungen im Team gemeinschaftlich getroffen werden k\u00f6nnen. Mehrere Methoden stehen dabei oft zur Diskussion:<\/p>\n<ul>\n<li>Mehrheitsentscheid<\/li>\n<li>Konsenzverfahren<\/li>\n<li>Widerstandsmessung<\/li>\n<li>Konsentverfahren<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sicher gibt es nicht die eine Methode, die immer und f\u00fcr alle am besten funktioniert. Aber ich m\u00f6chte an dieser Stelle aus einem bestimmten Grund die Lanze f\u00fcr das Konsentverfahren brechen:<\/p>\n<p><strong>Gut abgestimmte Teams m\u00fcssen beim Konsentverfahren keine Beschlussf\u00e4higkeit feststellen und sie sind jederzeit flexibel, Entscheidungen zu treffen.<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Reflex vieler Teams f\u00fcr eine Entscheidungsfindung ist oft ein Mehrheitsentscheid. In der Diskussion wird dann aber schnell deutlich, dass zu besprechen ist, wie viele aus dem Team anwesend sein m\u00fcssen, um eine Entscheidung \u00fcberhaupt treffen zu k\u00f6nnen oder ob anstehende Entscheidungen gar im Vorfeld (Agenda) angek\u00fcndigt werden m\u00fcssen, um eine Beschlussf\u00e4higkeit zu haben. Meiner Meinung nach ist das bei einem Konsentverfahren gar nicht n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Ein Konstentverfahren beschreibe ich so: Steht eine Entscheidung an, so k\u00f6nnen alle Teammitglieder entweder ihre Zustimmung ausdr\u00fccken (Daumen hoch), eine Entscheidung des Teams mittragen (Daumen seitlich) oder gegen die Entscheidung stimmen (Daumen runter). Letzteres ist aber nur mit einem &#8222;qualifizierten Einwand&#8220; m\u00f6glich, also einem Vorschlag, wie der Widerspruch aufgel\u00f6st werden kann. Ein solcher Einwand kann auch sein &#8222;das k\u00f6nnen wir nur unter Einbeziehung einer weiteren Person entscheiden&#8220;.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Ein Team m\u00f6chte \u00fcber eine \u00c4nderung der Softwarearchitektur entscheiden, beispielsweise, ob bestimmte Funktionalit\u00e4ten aus einem Monolithen herausgezogen und in Microservices migriert werden sollen. Bei der Entscheidung dar\u00fcber kommt es zu einem Widerspruch mit der Begr\u00fcndung &#8222;Heute ist Sarah nicht da, die am meisten Erfahrung mit Microservices hat, wir sollten sie auf jeden Fall in die Entscheidung einbeziehen, wenn sie morgen wieder da ist.&#8220;<\/p>\n<p>Der Vorteil dessen ist, dass man eine Entscheidung nicht von einem bestimmten Quorum abh\u00e4ngig macht, sondern von der Entscheidungskompetenz der Teammitglieder. Es w\u00fcrde in diesem Beispiel nichts bringen, wenn aus dem Team alle Frontend-Entwickler anwesend w\u00e4ren, die kaum Aussagen zu Microservices machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Voraussetzung, damit dies funktioniert, ist allerdings eine gewisse Teamreife. Nur, wenn man die F\u00e4higkeiten der anderen im Team einsch\u00e4tzen kann, ist ein solcher Widerspruch \u00fcberhaupt n\u00f6tig. Aber dann ist das Verfahren meiner Meinung nach besser geeignet, als ein Quorum, das eventuell am Ziel vorbei geht oder eine Verpflichtung zur Vorver\u00f6ffentlichung, was die Flexibilit\u00e4t sehr einschr\u00e4nken kann.<\/p>\n<p>Kurz gesagt: Nutzt das Konsentverfahren ohne Quorum. Erst, wenn das nicht greift, sollten meiner Meinung nach andere Entscheidungsverfahren genutzt werden.<\/p>\n\n<div style=\"font-size: 0px; height: 0px; line-height: 0px; margin: 0; padding: 0; clear: both;\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In &#8222;klassischen&#8220; Organisationsstrukturen ist die Frage, wer entscheiden darf, oft recht eindeutig geregelt: Der Chef bestimmt. Und wenn es keine hierarchische Chef-Rolle gibt, dann oft eine fachliche F\u00fchrung, die entscheidet und die Verantwortung f\u00fcr die Entscheidungen tr\u00e4gt oder zumindest tragen sollte. Beim Wechsel hin zu einer agileren Organisation beobachte ich oft, dass Teams f\u00fcr sich einen Weg suchen, wie Entscheidungen im Team gemeinschaftlich getroffen werden k\u00f6nnen. Mehrere Methoden stehen dabei oft zur Diskussion: Mehrheitsentscheid Konsenzverfahren Widerstandsmessung Konsentverfahren Sicher gibt es nicht die eine Methode, die immer und f\u00fcr alle am besten funktioniert. 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